Bankroll Management / Standard Deviation


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Head of Confusion

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Eingetragen: 16.08.2006 12:44:36

Was ganz interessant ist und ich auch bei mir am Anfang gemerkt habe (ich weiß nicht, wie es bei anderen ist), ist die Frage, ob ich jetzt Gewinn oder Verlust mache. Dahinter stecken solche Fragen wie der beste Pokerraum, bei welchem Limit ich am meisten verdiene, wieviel pro Stunde und wie hoch mein Risiko für einen Komplettverlust sind.

Dann habe ich versucht, mich etwas mit dem Thema Bankroll oder Money Management zu beschäftigen, nicht gerade ein Highlight im Pokern, aber doch recht wichtig. Was das Ganze erschwert ist die Tatsache, dass man oft mehrere Konten bei verschiedenen Anbietern unterhält. Bedeutet also, dass ich mir eine Excel-Liste zusammengebaut habe, die alle Kontendaten zentral hält:
- Gewinne und Verluste (mtl. und jährlich)
- Buy In´s
- Anzahl der gespielten Stunden

Das Ziel dieser Tabelle war es

1. die Win Rate errechnen zu können (Gewinn/Verlsut pro Stunde) und
2. die Standard Deviation (Abweichung), wobei diese nach 200 Spielstunden als gesichert gilt

Wer sich das Ganze einfacher machen will (wusste ich aber nicht), kann sich auf der Hendon Mob Website auch für den webbasierten Poker Diary anmelden, im Grunde erfüllt er genau diese Funktion. Andere nutzen dazu Stat King oder Poker Tracker.

Die Standard Abweichung ist für das Bankroll Management so wichtig, weil man mit Ihrer Hilfe errechnen kann, wie hoch ein Bankroll sein sollte:

Gehen wir mal von folgenden Annahmen aus:
Sie spielen 10€/20€, die Win Rate liegt bei 1BB (=BigBet) pro Stunde, also 20€. Die gesicherte Standardabweichung nach 200 Stunden Spiel liegt beim Zehnfachen der Win Rate (200€). Sie akzeptieren außerdem, dass eine 5%ige Chance auf den Totalverlust besteht.

Mit diesen Angaben lässt sich nun die nötige Bankroll ausrechnen:

Bankroll = -(SD^2/2*Win Rate)ln(Risiko für Totalverlust) oder
Bankroll = -(200^2/2*20)ln(.05) = 2996€

Wenn wir uns das anschauen, bedeutet dies, dass Sie bei einem solchen Bankroll in 1 von 20 Fällen Pleite gehen werden.
Sie sehen schon, keine guten Aussichten. Durch Umstellen der Formel kann man sich natürlich auch das Risiko für einen Totalverlust bei einem gegebenen Bankroll ausrechnen.

Bei einem Risiko von 1% Totalverlust liegen wir bei einem Bankroll von 4.605€, heißt mit 99%iger Wahrscheinlichkeit geht man mit diesem Bankroll nicht pleite. Ein Risiko von 0.1% (also 99.9% Wahrscheinlichkeit nicht pleite zu gehen) benötigt einen Bankroll von 6.908€.
Man kann sich also mit einem höheren Bankroll einen hohe Wahrscheinlichkeit erkaufen, nicht pleite zu gehen.
Oft liest man in Artikeln etwas über die Grenze von 300BB, die man aufbringen sollte. Wenn man ins unserem Beispiel die 6908€ durch die 20€ teilt, landet man bei etwa 345 BB´s.

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