Eines der Merkmale von Hold’em im Gegensatz zu anderen Pokervarianten sind die häufig hohen Pots pre-Flop / post-Flop.
Für Spieler mit schlechten Hole-Cards ist dies wunderbar, da sich dadurch die Pot Odds enorm verbessern zum Leidwesen derer, die z.B. ein AA in der Hand haben. Dagegen wird man erstmal nichts tun können, denn es gibt viele Situationen, in denen die Gegner den Turn long shot (also mit geringen Chancen auf eine eigene Verbesserung des Blatts) sehen möchten.
Heißt also, man sollte wenn möglich versuchen, den River so teuer wie möglich zu machen, 2 Bets sind diese Gegner meistens nicht bereit zu zahlen. Eine weit verbreitete Taktik ist dann das callen / checken im Flop mit einerm Raise im Turn. Dies lässt den Turn erstmal billig, um den Spieler danach durch den Raise vom River abzuhalten.
Anbei mal eine Spielsituation, in denen man eine solche Aktion in Erwägung ziehen sollte. Sie haben ein Pair 9 und den Button, 4 Spieler callen, Sie auch. Der Small Blind raised und alle callen, bis auf den Spieler rechts neben Ihnen, welcher re-raised. Sie callen wieder, alle anderen callen auch. Bedeutet also, dass 7 Spieler den Flop jeweils für 3 Bets sehen. Der Flop kommt mit J 9 6 , alle checken wieder, bis auf den Spieler rechts von Ihnen, der bettet.
Manche Spieler raisen hier mit dem Ziel, die eigene Hand zu schützen, wahrscheinlich wird der Spieler rechts neben Ihnen den Turn checken, d.h. alle zahlen nur einen Big Bet im Turn. Wenn Sie im Flop callen, sind die Chancen gut, dass dieser Gegner im Turn bettet, Sie erhöhen dann und jeder muss 2 Big Bets zahlen.
Die Spielweise nennt sich übrigens Check-Raise.
Damit das Ganze funktioniert, gibt es ein paar Dinge zu beachten:
- Die Turn-Bet muss von einem Spieler vor Ihnen kommen
- Der Flop sollte beim Gegner die Möglichkeit vieler geeigneter Hände zulassen
- Um ein solches Risiko einzugehen, sollte der Pot entsprechend hoch sein (mehr als 12 Small Bets). Ist der Pot kleiner, fährt man mit einem Raise besser