Das Bluffen


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pokerzentrale
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Eingetragen: 07.08.2006 19:53:59

Bluffen gehört zum Pokern wie der Motor zum Auto. Ohne richtiges Bluffen, wird man seinen Gewinn nicht steigern können, aber gerade dies macht den Reiz von Poker aus. Meistens wird geblufft, wenn die Chancen auf den Pot sehr gering sind oder jemand versucht den Pot zu stehlen, bevor alle Karten ausgegeben worden sind. Auch hier ist das Thema "Wahrscheinlichkeiten" wichtig, denn mit Hilfe derer kann man abschätzen, ob die Gegner bereit sind, zu passen ("fold").

Welche Faktoren sind dabei zu beachten?

Gegnertyp:
Bluffen Sie keine schwachen Gegner, die irgendwie callen ("calling stations"). Das ist der häufigste Fehler. Stellen Sie sicher, dass Ihr Gegner auf Ihrem Niveau spielt und gut genug ist, eine Hand zu folden.

Zahl der Gegner:
Im Allgemeinen bluffen Sie nicht gegen drei oder mehr Spieler, vor allem nicht im Limit-Poker. Es ist viel wahrscheinlicher, dass Ihnen ein Bluff gegen einen einzigen Gegner gelingt. Nicht nur, weil es sich nur um einen Spieler handelt, sondern auch, weil der Pot meistens kleiner ist, was ihn weniger begehrenswert macht.

Tisch-Image:
Wahrscheinlich wird Ihnen ein Bluff dann nicht gelingen, wenn Sie ein looses Tisch-Image haben statt einem tighten. Wenn Sie gerade schon beim Bluffen erwischt wurden, werden Ihre Gegner Sie künftig gerne callen, obwohl sich umgekehrt diese Situation auch günstig für Sie auswirken kann. Hat Sie nämlich ein guter Spieler beim Bluffen erwischt und er hält auch Sie für einen guten Spieler, wird er meinen, dass Sie ihn sicherlich nicht erneut bluffen werden.

"Lese"-Fähigkeiten:
Wenn Sie das Spiel gut "lesen", können Sie auch die günstigen Gelegenheiten zu bluffen identifizieren. Das ist wahrscheinlich die schwerste und wichtigste Fähigkeit, die es zu beherrschen gilt.

Board:
Wenn der Board so aussieht, als ob er Ihre Gegner schlagen könnte und er bietet viele Drawen-Gelegenheiten, ist es weniger wahrscheinlich, dass ein Bluff gelingt. Suchen Sie nach Boards ohne viele Draws oder Karten, die die Hände Ihrer Gegner verbessern könnten. Ein unkoordinierter Board mit einer "Scare Card", die Sie zeigen können, bietet meistens eine günstige Gelegenheit zu bluffen.

Die Größe des Pots:
Ihre Gegner werden mehr zum callen neigen, wenn der Pot groß ist, weil sie dann bessere Pot-Odds bekommen. Andererseits, wenn Sie erfolgreich bei einem großen Pot bluffen, wird der Gewinn auch größer. Gutes Gespür ist hier angebracht.

Die Position:
Wenn Sie in in einer späten Position sitzen, haben Sie meistens mehr Informationen über die Hände Ihrer Gegner und daher sind Sie besser in der Lage zu bluffen. Wenn Sie dann an der Reihe sind, wird der Board günstig aussehen und es werden weniger Spieler am Pot beteiligt sein.

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Eingetragen: 20.08.2006 19:47:41
ich gebe mal ein simples praktsiches beispiel wann öfter mal ein vollbluff gelingt beim No-Limit:

Ich habe 23unsuited
Mein Gegner: AK und ich weiß er sielt streng passiv. also wenige blätter und sehr vorsichtig.

im Flop liegt: Ah 5h 8c

ich habe also nichts und der gegener das top. allerings liegt da auch ein evtl. flush draw. durch ein bet versuche ich rauszufinden was der gegner hat. durch sein reraise bin ich sicher das er da Ass und nen guten Kicker hat. ich falte jetzt nicht sondern checke. und hoffe auf ein weiteres Herz. kommt das Herz im Turn nicht, dann checke ich sein Bet. dann im river das Herz..wie gesagt ich habe gar nichts, aber weiß genau, das der gegner "nur das Top Paar hat" da er das mögliche Flush sieht checked er nur. da er sich auf einmal nicht mehr sicher ist.. und das nutze ich aus indem ich 3/4 meiner chips raise! habe ich mehr alsder gegner, dann nehme ich immer 3/4 seiner chips - warum nicht all in? ganz einfach, der gegner soll sehen, das ich versuche noch so viel chips wie möglich aus ihm rausholen will, da ich ja nen angebliches flush habe.
auf diese weise nimmt mir der gegner dann ehr das flush ab, als wenn ich all in gehe, was auch bei guten gegenern immer nach einem evtl. bluff aussieht. zudem, hat es noch nen positiven nebeneffekt: falls der gegner nun doch nicht foldet, hat man nicht alles verloren:)

aber in dieser situation wird der gegner zu 99% sein AK folden.

da ist zwar immer etwas nervenkitzel dabei, aber ich habe auf diese weise schon oft nen voll bluff erfolgreich gestalten können.

aber wie pokerzentrale schon sagt, sowas funktioniert nur, wenn man weis mit welchem gegener es zu tun hat. und auch wichtig, der gegener weiß mit wem ER es zu tun hat.

bei einem Maniac bringt es kaum was zu bluffen, wenn er weiß das ich auch locker spiele. er wird in der oben beschriebenen situation mit dem AK und dem Flush zu 99% nicht folden.


Achtung: das hier ist nur meine meinung oder erfahrung, und keine gewähr. falls also jemand durch so eine aktion viel geld verlieren sollte, machts nicht an mir verantwortlich.
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pokerzentrale
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Eingetragen: 21.08.2006 01:18:19
nene, macht dich keiner für verantwortlich ....aber Danke für die Tips...mir ist noch was dazu eingefallen, bin aber jetzt zu müde zum Schreiben (also morgen)...
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Eingetragen: 13.11.2006 20:48:06
Als ich noch Anfänger war habe ich auch gedacht, daß Bluffen ein wesentlicher Teil eines erfolgreichen Spiels wäre. Mittlerweile sehe ich das nicht mehr so. Je besser ich das Spiel verstehe, desto weniger bin ich auf bluffen angewiesen um zu gewinnen. Mittlerweile bluffe ich nur noch in Turnieren, und das auch nur dann, wenn ich mich in einer aussichtslosen Lage befinde und ohne zu bluffen keine reellen Chancen mehr habe.
 
durch sein reraise bin ich sicher das er da Ass und nen guten Kicker hat
Vielleicht ist er wegen deines Calls seines reraise sicher, daß du keinen Draw hast? Ein guter Spieler durchschaut so einen Bluff.
 
Außerdem ist es nicht sehr klug gegen einen starken Spieler einen relativ kleinen Pot mit 3/4 des eigenen Stacks massiv zu überbieten. Woher willst du sicher wissen, ob er ein Ass hat? Vielleicht hat er ein Set getroffen uns macht am Turn oder River ein Full House? Und nicht zuletzt kann auch der tighteste Spieler mal on tilt gehen. Das mag unwarscheinlich klingen, aber es kommt häufig genug vor um dich gewaltig in die roten Zahlen zu schicken. Es ist egal wie häufig du mit dieser Methode gewinnst. Sobald du damit auch nur einmal verlierst bist du alle Gewinne wieder los und dein eigenes Geld noch dazu. Ob du dabei all-in gehst oder "nur" 3/4 deines Stacks bietest macht keinen großen Unterschied. Mit dieser Methode gewinnst du niedrig und verlierst hoch. Das untrügliche Zeichen für einen Donk.


Geändert von Broadsword - 13 Nov 2006 um 20:05
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pokerzentrale
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Eingetragen: 14.11.2006 00:36:56
Richtig, Bluffen dient dazu Varianz in sein Spiel hineinzubekommen und nicht als Strategie um längerfristig Geld zu gewinnen. Bluffen ist meiner Meinung nach also Mittel zum Zweck, um mit anderen Aktionen Geld zu gewinnen, es kann nie der Zweck selbst sein (öhhh, hat das jetzt jemand verstanden außer mir )
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marco9876
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Eingetragen: 19.11.2006 22:07:44
jo durchaus ;D

ich hab im homegame ein recht loose agressives tischimage ... und dadurch callen meine gegner immer sehr gerne bei monsterhänden... wobei teils ist bluffen gerade in anfangsphasen des turniers bei kleinen effektiv hab dadurch wenigstens keinen verlust durch die blinds und noch einen kleinen extra stack...
und ein sehr gutes loose image um tight zu spielen
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Chipleader
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Eingetragen: 25.11.2006 12:18:13
So, ihr habt den flop aufgedeckt und tot jetze erst einmal checken, dann kommt de nächste karte und dann geht all-in so überzeugend, dass er denkt, dass du n royal flush oder full house hast... bei meinen gegnern geht des immer... das hilft so gut wie immer, aber nur wenn ihr chipleader sejd, dass ihr noch n rest habt
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pokerzentrale
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Eingetragen: 25.11.2006 12:39:10

Also Check-Raise als Bluff. Manko, was ich dabei sehe: die Free Card für die Gegner. 

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antonio
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Eingetragen: 27.11.2006 04:11:49
Naja einfach nur All-in gehen sieht da sehr nach bluff aus wenn man der Chip Leader ist. Wenn du da an einen Gegner gerätst der einigermaßen einen Bluff durchschauen kann wird er dich schon mit einem guten pair callen. Dann warst du mal der Chipleader =)  
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