Wenn man sich die Turniere im Fernsehen so anschaut, sieht es aus, als würde der Großteil der Spieler in der letzten Position mit jeder Karte Raisen, wenn vorher noch kein Raise erfolgt war. Grundsätzlich ist dies natürlich kein großer Fehler, wenn man sich die entsprechenden Wahrscheinlichkeiten ausrechnet.
Ich habe mal gehört, dass viele der professionellen Spieler im Blind nur versuchen, so wenig wie möglich zu "verlieren", d.h. Blind Stealing hat durchaus seine Berechtigung. Natürlich wissen das auch die Spieler im Blind und so versuchen sie, dagegen anzugehen, um dieses Spiel zu gewinnen, aber auch um Zeichen am Tisch zu setzen. Bei einem All-In Raise auf einen Button Raise wird ein Großteil zum Folden gezwungen.
Normalerweise geht es in einer solchen Situation nur um das Stehlen der Blinds, jedoch gibt es diverse Techniken, um die Profitabilität in der letzten Position zu erhöhen (NL Hold'em). Häufig kann man lesen, dass eine Hand Ihren Wert durch die Position um durchschnittlich 25% erhöht, d.h. eine Hand wie 96o, mit einer Wahrscheinlichkeit von 39% gegen eine J5s zu gewinnen, hat dann eine Wahrscheinlichkeit von mehr als 50% in der letzten Position. Im Button handelt man immer als Letzter nach dem Flop, aber es gibt noch andere Möglichkeiten, die letzte Position an sich zu ziehen: ein Konzept, dass man mit "Button kaufen" übersetzen könnte. Dies bedeutet nichts anderes als auf der Position des Cutoffs (die Position vor dem Button) häufiger zu raisen. Dies bewirkt dann zweierlei Dinge: ein solcher Raise wird nicht direkt als Standard Button Raise wahrgenommen ("Blind Stealing") und wenn der Button foldet, ist man selber in der letzten starken Position.
Geändert von pokerzentrale - 31 Aug 2006 um 10:55