Ich habe dazu schonmal einen kürzeren Artikel geschrieben, aber es kamen jetzt wieder Rückfragen und möchte dies deshalb noch mal anhand eines übersichtlichen Schaubilds erklären. Den Stil der Gegner bekommt man natürlich durch Beobachten heraus, wobei 2 Faktoren eine wichtige Rolle spielen:
1. Anzahl der Starthände, die der Gegner spielt
2. die Bietstruktur des Gegners
Mit Hilfe folgenden Charts ist dies recht gut herauszufinden:
Ein Spieler, der relativ wenige Starthände (und dann meistens Premium Hände) spielt, nennt man “tight”, das Gegenteil ist ein “looser” Spieler mit vielen Starthänden. Dann kommt der Bet-Stil hinzu, d.h. tendiert ein Gegner mehr zum passiven Spiel (check/call) oder geht er agressiv an das Pokerspiel ran (Raise).
Im Schaubild sind diese Grundcharaktere auf der X und Y-Achse abgebildet. Aus den Kombinationen der einzelnen Faktoren lassen sich nun Unterstile ableiten.
Die sogenannte Target Play Zone ist lt. gängiger Meinung die optimale Spielweise, die man anstreben sollte. Die meisten Profis tendieren zum tight-agressiven Spiel mit Ausrutschern in andere Spielweise um Variation in ihr Pokerspiel hineinzubekommen.
Im folgenden gehen ich nochmal kurz auf dei einzelnen Spielrtypen ein:
Loose-Passive (Amateur)
Gerade Anfänger tendieren zu diesem Spielstil mit vielen Starthänden. Oft sind dies die sogenannten „Fishs“, die einfach geschlagen werden können. Sie checken oder callen häufig soagr mit Ass + Abfall oder zwei kleinen Pairs. Hier findet man auch die meiste Übereinstimmung zu den Calling Stations.
Gegen diese Pokerspieler sollte man mit einer guten Hand betten, gerade genug, um Sie bei Laune zu halten und sie in jeder Runde zu melken. Bluffen ist schwierig, und wenn, mit einem hohen Betrag.
Tight-Passive (Tight)
Schwache Spieler, die normalerweise auf gute Starthände warten und dann plötzlich aus allen Rohren schießen. Sollte es dazu kommen, kann man davon ausgehen, dass sie eine starke Hand haben. Heißt also entsprechend zu folden bei einer eigenen schwachen Hand. Meistens sind sie in Turnieren lange dabei, weil sie keine Chips ausgeben. Man kann sie aber mit Bluffs bezwingen, da sie eine Risiko-Aversität besitzen.
Loose-Aggressive (Maniac)
Über den Manica habe ich ja schon einen anderen Artikel geschrieben, von daher sage ich hierzu nicht mehr viel.
Tight-Aggressive (Solid)
Der bevorzugte Pokerstil. Diese Spieler wählen Ihre Hände sorgfältig aus, aber anstatt dann zu limpen, gehen sie mit einem ordentlichen Bet oder Raise an die Sache ran. Am Turn/River geht es mit agressiven Bets/Raises weiter (wenn eine ordentliche Hand dahintersteckt). Risiko gehen sie nämlich nur ein, wenn es sich für sie auch lohnt.
Spielt man selber so, sollte man nicht vergessen, ab und zu die Quadranten zu wechseln und auch mal bspw. der Maniac zu sein. Denn tut man dies nicht, wird man in den Aktionen für die Gegner zu durchschaubar.
Geändert von pokerzentrale - 06 Sep 2006 um 20:30