Die meisten Pokerspieler verlieren, das ist Fakt und stimmt auch so. Und oft liegt es daran, dass kein solides Pre-Flop-Spiel dahintersteckt, deshalb versuche ich in den nächsten Artikeln ein paar Dinge zusammenzufassen, die teilweise aus bekannten Büchern, teilweise aus eigenen Erfahrungen resultieren. Tatsache ist auch, dass, solange man Low-Limit Hold’em spielt, überwiegend Karten den Ausschlag geben und nicht raffinierte Aktionen.
Wenn Sie Pre-Flop mit besseren Karten das Spiel beginnen und Ihr Post-Flop-Spiel annähernd das Niveau der Gegner erreicht, werden Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit das Spiel gewinnen. Viele Anfänger finden sich reichlich Informationen ausgesetzt, wie man Pre-Flop spielt, es gibt diverse Starting-Hand-Charts usw. Leider sind diese Informationen auch nötig, nichts führt an einem erfolgreichen Einstieg vorbei, das Pre-Flop-Spiel ist die Grundlage für jede folgende Aktion. Vier Faktoren werden dabei genannt, die eine Entscheidung Pre-Flop beeinflussen:
Die eigene Hand
Was soll ich dazu noch sagen...
Ihre Position
Darauf werde ich in späteren Artikeln noch eingehen
Wieviel Spieler sind im Pot?
Die zu spielenden Hände hängen davon ab, wie viel Spieler dabei sind. Es gibt Start-Hände, die eher für viele Spieler geeignet sind und welche, die eher für wenige Gegner geeignet sind. In der Late Position hat man es natürlich leicht, in der Early Position geht es ums Antizipieren, d.h. was denke ich, wie viel Spieler dabei sein werden (aufgrund der bisherigen Spielweise).
In Hold’em gibt es 6 unterschiedliche Hole-Typen, die eigentlich spielenswert sind:
- Big Pairs
- Big suited
- Big offsuited
- Kleine Pairs
- Suited Connectors
- AXs und KXs
Mit der Zeit hat sich die Überzeugung gebildet, dass Big Pairs und Big Suited Hände sowohl gegen wenige als auch viele Gegner gespielt werden können. Big offsuited sollte man nur gegen wenige Gegner spielen (darauf bin ich schon mal eingegangen). Small Pairs, Suited Connectors und AXs/KXs sind vorwiegend gegen viele Gegner zu spielen. Nehmen wir mal als Beispiel ein 3h3c, kein großartiges Hole, aber wenn es gespielt wird, sollte man den Flop erstens billig zu sehen bekommen und zweitens sollten so viele Gegner wie möglich dabei sein, damit sich das Investment auch lohnt.
Das Gleiche gilt bspw. für Suited Connectors. Wenn man einen Dreier, zwei Pairs, ein Flush Draw oder ein OESD flopt, hat man eine gute Ausgangsituation. Leider kommt dies nur in 18% der Fälle vor, d.h. man muss den Pot schon Pre-Flop groß machen, indem viele Gegner mitspielen.
Das Gegenteil trifft z.B. auf Big Unsuited zu. Diese Hände floppen ein Big Pair in 20-30% aller Fälle und normalerweise hat man damit bei wenigen Gegnern das beste Blatt. Je mehr Gegner dabei sind, desto geringer werden jedoch die Chancen dafür.
Wurde schon geraised?
Hier geht es vor allem ums Cold callen, d.h. es gab schon mehrere Bets vorher. Wenn dies geschieht, sollte man die Starthände schon sehr genau auswählen, es gibt 2 Gründe dafür:
- Die Chancen, dass Ihre Hände jetzt schon dominiert werden, sind sehr groß. Stellen Sie sich einfach vor, Sie halten KT. Hat einer der Gegner ein AK, haben Sie nur noch 3 Outs. Bekommen Sie K im Flop, gewinnt der Gegner mit höhrem Kicker.
- Haben Sie eine Hand, die man besser in großen Mutli-Way-Pots spielt, haben die Implied Odds dramatisch abgenommen
D.h. wurde ein Pot schon geraised gibt es sehr wenige Hände, die es Wert sind, gespielt zu werden.
Ich werde in den nächsten Tagen noch ein paar weitere Artikel dazu schreiben, die das Ganze noch mal aus der Sicht der Position betrachten.
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