Sets aufspüren


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pokerzentrale
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Head of Confusion

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Eingetragen: 07.09.2006 18:53:15

Man stelle sich folgende Situation vor: Sit & Go mit vollem Tisch, Sie bekommen als Hole Cards ein AKs in Early Position. Sie raisen mehrmals, 2 Gegner bleiben übrig und callen. Rainbow Flop mit AK7 folgt. Sie sind an der Reihe und betten in Höhe des Potts, ein Spieler foldet daraufhin. Der nächste Spieler raised!. Sie gehen von einem Information Raise aus und Re-raisen, plötzlich folgt ein All-in.

Es gibt 2 Möglichkeiten: ein großartiger Bluff oder Sie sind geschlagen. Was könnte in dieser Situation zwei top Pairs noch schlagen? Genau, ein Triple, also drei A, drei K oder drei 7.

Wenn man in dieser Situation nur nach Wahrscheinlichkeiten geht, ist ein Call durchaus angebracht, denn ein Pocket Pair trifft nur in 11% der Fälle auf die richtige Karte im Flop. D.h. eigentlich ist die Chance recht gering, auf ein Triple zu treffen, besonders weil sie 2 der Karten im Flop im Hole haben.

Vielleicht sollte man sich hier noch mal den Unterschied zwischen einem Set und einem Trip vor Augen halten. Ein Set sind zwei Karten im Hole, die im Board eine dritte passende Karte finden.
Ein Trip ist ein Pair im Board, dass mit einer Karte Ihres Holes einen Dreier bildet. Ein Set ist also im Spiel stärker als ein Trip, da es nur ein Set im gleichen Rang geben kann. Bedeutet aber auch, dass das Aufspüren einen Sets schwieriger als das Aufspüren eines Trips ist. Trotzdem gibt es dafür bestimmte Anzeichen, die man mit Hilfe einer Frageliste abarbeiten kann:

Habe ich Pre-Flop einen Raise gemacht?
Wenn ja, frage ich mich, warum kein Fold kam. Wenn der Flop nur aus niedrigen Karten besteht, stehen die Chancen gut, dass beim Gegner kein Set dahintersteht, da er sonst im Hole zwei niedrige Paare haben musste und diese meistens gefoldet werden (gerade wenn ich selbst in EP raise). In unserem Fall sind Face Cards beim Flop, d.h. es könnte ein Smooth Call sein, aber überrascht wäre ich trotzdem, wenn mit AA oder KK keine Re-Raise kommt.

Habe ich Pre-Flop keinen Raise gemacht?
Hier kommt ein altes Sprichwort zum Tragen: Expect anything in an unraised pot.  Keiner hat durch einen Raise Informationen preisgegeben, von daher kann man in solchen Situationen häufiger von Sets überrascht werden.

Wie gut kenne ich meinen Gegner
In Online Tourneys ist dies natürlich schwieriger herauszufinden als in richtigen Turnieren, aber hier ist es wichtig, den Spielstil des Gegners einzuschätzen. Ich bin in mehreren Artikel schon darauf eingegangen, damit kann man recht gut abschätzen, wie hoch die Chancen auf einen Bluff sind. Wenn ein Gegner z.B. ein tighter Spieler ist, wird mit einem Raise ein Set zeigen.

Von welcher Position habe ich gespielt?
Kommt mein Raise aus EP, kann man davon ausgehen, dass ein Call nur mit einem höheren Pair Sinn macht. Raise ich jedoch aus der Late Position, werden viele auch mit kleinen Paaren callen.

Wie sieht die Strukur des Flops aus?
In unserem Beispiel mit Rainbow AK7 kann kein Straight oder Flush gefloped worden sein, jedoch besteht die Möglichkeit auf einen Inside Straight Draw. Jedoch ist ein All-In bei einem Inside Straight Draw eine ungewöhnliche Aktion, es könnte also ein Semi-Bluff sein mit der Hoffnung auf die fehlende 10 im Turn oder River. Ist der Gegner short-stacked, dann ist dies durchaus möglich.

Habe ich eine hohe Chance, mit River/Turn ein Set zu schlagen?

Wie sicher ist die Hand des Gegners?
Dies hat auch mit der Struktur des Flops zu tun. Würde in unserem Beispiel ein Call auf den Flop folgen, scheint sich der Spieler seiner Hand nicht so sicher zu sein (natürlich muss dies nicht immer so sein), jedenfalls lässt eine solche Aktion Spekulationen zu, dass der Gegner kein Set hat.

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Sibic
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Eingetragen: 18.09.2006 15:39:11
Sehr guter Artikel.

Noch einige Anregungen:

Vor allem in den niedrigen Levels bei SNG's zahlt es sich aus jedes Pärchen zu spielen. Man kann mesit recht billig den Flop sehen. Die Frage die man sich jedoch stellen sollte: Zahlt es sich bei höheren Blinds aus zB ein Viertel seines Stackes mit 22, 33, 55 zu riskieren und in den Pot zu limpen?

Hier kann man eigentlich nur sagen, entweder sehr agressiv das Pärchen spielen oder gleich folden. Callt man den Einsatz nur und man spielt gegen 3 Gegner dann kann man davon ausgehen, wenn man seinen drilling nicht trifft, das ein anderer Top Pair nach dem Flop hält.

Ich muss ehrlich gestehen ich halte nach dem Flop einen Drilling beim NL lieber in der Hand als beim Limit, wo sich die Gegner relativ billig die Turn und Riverkarte anschauen können.

Wie im Artikel bereits erwähnt, man sieht einen Drilling nur sehr schwer.

Ich gebe noch ein Beispiel:
Ich limpe beim Cash game in den Pot mit 77.
Flop: 9 7 4
Ich spiele in middel postion an und bekomme 2 Calls, von einem Limper hinter mir und vom BB.
Ich ging davon aus, der Limper möchte vielleicht bis zum River durchcallen um etwas zu treffen und dachte mir der BB hat top Pair 9 getroffen.

Turn: K

Ich wieder first to act und ging davon aus, das der Limper hinter mir den König getroffen haben könnte, also folgte von mir nur ein kleiner Einsatz. Der Limper hinter mir erhöhte mich wirklich und der BB callte. Somit startete ich einen Re-Re-Raise so das beide durchaus noch callen konnten.

River: 4

Ich hatte also Fullhouse und hätte nur gegen 44, 99 oder KK pocket verloren. Ich fühlte mich stark und ging davon aus, das ich vorne war.
Also spielte ich die Hälfte des Pots an und der Limper hinter mir stieg aus dem Pot aus. Der Big Blind ging all in und ich callte mit meinem Full house.

Der Pot war wirklich schön gefüllt und ich hab dem BB, der 9 4 hatte, die Hosen ausgezogen.

Also immer schön vor Pockets in acht nehmen.
Wie oben erwähnt, immer achten wie die Einsätze sind und wie das Board aussieht.
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esistzeit
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Eingetragen: 26.05.2007 13:32:01
vielleicht klingt das nach klugscheißerei, aber du hast in dem artikel die möglichkeit außer auch gelassen, dass dein gegenüber ebenfalls AK auf der hand hält. Die wahrscheinlichkeit dafür ist zwar sehr gering, aber würde meiner meinung nach ebenso zum verhalten des gegners passen...

btw. danke für das tolle forum, hab extrem viel gelernt beim durchlesen ^^
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marco9876
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Eingetragen: 31.05.2007 23:21:09
hmm naja ich finde der postflop aspekt der teils ja in der boardstruktur mit drin ist bei dir, fehlt noch ein bissle...
hmm ich habe da einen interessanten artikel gefunden ist evtl. ne diskussion wert: http://www.pokerdynasty.net/NLCash2.html

ich erlebe aus meinen homegame bei nen ragflop meisten als standart play nen check des gegners... mit raise am turn... oft auch extreme niedrige bets..
dies gilt zumindest bei einfacheren gegner...
interessantere gegner spielen dann ne conti in ensprechender posi o.ä. auf dem 2ten oder dritten denklevel

man muss dort immer die gesamt situation beachten wenn es hände gibt die das verhalten auch erklären nur wahrscheinlicher sind spiel ich weiter und guck am river dann wies aussieht... das problem mit sets ist halt das sie megaunwahrscheinlich sind... deswegen einfach immer das Handspektrum beachten... gerade wenn mir tells sagen monster und es liegt nen ragflop dann ist es easy von einem set auszugehen ... ;D

ahja mit 97 ne geflopte straight ist genau so mega getarnt wie nen set...
es gilt hier die regel:
 je unwahrscheinlicher etwas ist desto wahrscheinlicher ist es das deine gegner es net mitkriegen(=deception) ;D

also ist selbst dort schwierig... ist wieder der tip gut potodds beachten mit bluff etc etc...

alles in allem wenn das handspektrum stimmt und man nicht grad seinen ganzen stack runtercallen muss dann sind sets zwar ärgerlich aber durchaus handlebar...
ahja und was das lesen angeht hab ich oft beobachtet das meistens sets wie monsterhände gehandelt werden also habt ihr irgendne gefloppte monsterhand gesehen von dem betreffenden spieler wird er ein set ähnlich spielen



Geändert von marco9876 - 31 May 2007 um 22:33
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