Habt Ihr euch schonmal Gedanken darüber gemacht, ob es schwieriger ist, einen schlechten oder einen guten Pokerspieler zu schlagen? Schlechte Gegner spielen oft mit jeder möglichen Hand und es ist schwierig auszurechnen, wann man selbst geschlagen ist, da es keine Tells gibt
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Statistisch gesehen ist dies eine Illusion, ansonsten würde es keinen so großen Unterschied zwischen guten Spielern und Anfängern bei den Gewinnen geben. Glaubt man jedenfalls! Warum machen sich so viele Pokerspieler darüber Gedanken? Wenn dies so häufig auftritt, muss es für dieses Phänomen ja auch eine Erklärung geben.
Das heißt, es gilt herauszufinden, ob es möglich ist, dass jemand, der häufig mit schlechten Karten spielt, schwerer zu schlagen ist, als jemand, der nur ausgewählte Hände spielt. Man kann dies eigentlich nur untersuchen, indem man mal eine Testsituation aufmacht: Ein Raise aus der mittleren Position. Ein guter Spieler called meiner Meinung nach nur mit Karten wie AQ, AJ oder vielleicht noch KQs. Ein schlechter Spieler würde hier auch bspw. mit JTo, Pocket 5 oder 87s callen.
Wenn man sich die Statistiken anschaut, ist es so, dass AQ die Hand AK in 26% aller Fälle (Pre-Flop) schlägt, AJ schlägt AK aber in 26.8% aller Fälle. KQs steht beispielsweise noch besser da gegen AK, nämlich mit 30.3%.
Schaut man sich jetzt mal die Karten des vermeintlich schlechten Spielers an, schlägt Pocket 5 in 55% aller Fälle ein AK, JTo in 37.4% aller Fälle und 87s in 41.8% aller Fälle (Pre-Flop). Theoretisch hat dieser Spieler also weitaus bessere Chancen als ein guter Spieler, obwohl dieser mit einer solchen Hand nicht callen würde. D.h. gegen AK sind die schlechten Hände eigentlich gar keine schlechten Hände.
Klar, dies ist alles Pre-Flop, aber darum geht es auch in dieser Situation: denn ein guter Pokerspieler fragt sich natürlich, wie kann man mit einer solchen Hand einen Raise callen? Klar, weil man damit die besseren Chancen Pre-Flop hat.
Schauen wir uns jetzt mal den Flop an für eine Hand wie AJ: A74. Wer hat jetzt die besseren Chancen gegen ein AK: ein AJ des guten Spielers oder ein 87s des schlechten Spielers?
Der schlechte Spieler hat folgende Möglichkeiten, sein Blatt zu verbessern, nämlich drei 8, zwei 7, eine Backdoor Straight und ein Flush Draw. AJ kann nur mit drei Karten verbessert werden. 87s schlägt mit diesem Flop AK also in 24.3% aller Fälle, AJ nur in 12.7% aller Fälle.
Ein ähnliches Ergebnis erhält man bei Pocket 5s des schlechten Spielers. Dieses Paar schlägt AK mit diesem Flop in 13.6% aller Fälle, also immer noch besser als AJ. Das Backdoor Straight zusammen mit zwei fehlenden 5 ist immer noch besser als die fehlenden drei J des guten Spielers.
Im Turn und River kommen dann aber die Unterschiede zum Tragen. Verfehlt der schlechte Spieler den Draw, hat er fast keine andere Möglichkeit als zu folden und verliert damit Geld. Spielt er weiter, wird er wahrscheinlich auch verlieren. Der gute Spieler wird ohne passenden Draw mit seiner Hand noch weiterspielen und Chancen auf den Gewinn haben.
D.h. ein schlechter Spieler verliert im Verhältnis mehr Geld als ein guter Spieler, auch wenn die Chancen in der Theorie erstmal besser sind und deshalb gibt es auch einen Unterschied zwischen guten und schlechten Spielern.