Pokern gegen Anfänger
Nachdem ich schon über das Spiel gegen bessere Spieler oder gar Profis geschrieben habe, möchte ich nun auf das andere Extrem eingehen, das Spiel gegen Anfänger. Ich kenne viele Spieler, die die unteren Limits, wo sich viele Anfänger aufhalten nicht schlagen, und das damit begründe, dass sie zu gut für das Level sind, und die Gegner ihre fortgeschrittenen Spielzüge einfach nicht verstehen, dabei wissen sie in Wahrheit nur nicht, wie sie ihr Spiel richtig anpassen müssen, um gegen Anfänger und Neulinge erfolgreich zu sein. Und genau um diese Anpassungen und Strategien soll es in diesem Eintrag gehen.
Das erste Konzept werden die meisten Spieler schon kennen oder werden davon schon gehört haben, man soll nämlich so gut wie nie gegen einen Anfänger bluffen. Aber warum eigentlich nicht? Da unser Gegenüber noch relativ wenig bis gar keine Ahnung hat, kann er seine eigene Hand nur sehr schlecht einschätzen. Er weiß auf der einen Seite nicht, was alles für Hände möglich sind, die ihn schlagen könnten, zum Beispiel auf einem sehr drawlastigen Board, noch beschäftigt er sich mit der möglichen Hand seines Gegners überhaupt. Dadurch konzentriert er sich nur auf seine eigenen Karten und wenn er dann doch einmal so etwas wie Bottom Pair entdeckt, wird er sehr viele Einsätze bis zum Schluss mitgehen, nach dem Motto irgendwas wird dieses Paar ja wohl wert sein. Des weiteren sehen sie das Callen und Mitgehen als Standardspielzug an, während ein Fold ein Zeichen der Schwäche ist, und oftmals nicht einmal in Betracht gezogen wird. Auf der anderen Seite wissen Anfänger oft nicht genau Bescheid über den Wert ihrer Hand und sind sich unsicher ob ein Full House für den Sieg der Hand reicht. Daher sollte man wenn möglich einfach nur gerades ABC-Poker spielen und mit seinen guten und sehr guten Händen setzen, und darauf hoffen, dass man ausbezahlt wird. Ein Einsatz eines Anfängers dagegen deutet oft auf eine gute Hand hin, da sie grundsätzlich eher selten bluffen, wobei es auch hier Ausnahmen gibt, wie beispielsweise Leute, die sich immer direkt beweisen müssen. Diese werden einen erfolgreichen Bluff auch direkt zeigen. Aber grundsätzlich gilt Stärke bedeutet eine starke Hand. Als Letztes sollte man den Faktor des Anfängerglücks nicht unterschätzen, da Neulinge oftmals Kartenkombinationen spielen auf die man sie nie setzen würde, und dann damit Two Pair oder ähnliches floppen. Ärgern sie sich nicht zu sehr darüber, denn dieses Glück hält die Anfänger bei Laune und im Spiel.
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